„Für Ihre Figur würde ich Ihnen eher etwas Schlichtes empfehlen.“
Ein Satz, der beim Brautkleidkauf ungefähr so willkommen ist wie ein Rotweinfleck auf einem weißen Seidenkleid.
Vielleicht kennst Du solche Bemerkungen.
Du betrittst ein Brautmodengeschäft, voller Vorfreude auf der Suche nach Deinem Traumkleid.
Du möchtest Spitze ausprobieren. Vielleicht einen wunderschönen Ausschnitt. Oder ein Kleid mit weitem Rock, das beim Drehen so herrlich schwingt.
Und dann erklärt Dir jemand, welche Schnitte Du mit Deiner Figur angeblich besser vermeiden solltest.
Bloß nicht zu eng.
Bloß nicht zu auffällig.
Und auf keinen Fall etwas, das die Kurven betont.
Entschuldigung?
Du möchtest heiraten.
Nicht unter einer dekorativen Tischdecke verschwinden.
Als kurvige Braut darfst Du Dich genauso auf Deinen großen Auftritt freuen wie jede andere Frau.
Du darfst Dich wunderschön fühlen.
Du darfst ein extravagantes Brautkleid tragen.
Du darfst Deine Figur zeigen.
Und Du darfst vor allem aufhören, Dich dafür zu entschuldigen, dass Dein Körper nicht einer bestimmten Konfektionsgröße entspricht.
Denn Dein Hochzeitstag ist kein Casting für ein Brautmodenmagazin.
Er ist ein Fest Deiner Liebe.
Und die hat bekanntlich keine Kleidergröße.
XXL-Braut, Plus Size oder Curvy – wie nennen wir das eigentlich?
Vielleicht hast Du bei Deiner Suche nach einem Brautkleid bereits Begriffe wie Plus Size, Curvy Bride oder XXL-Braut entdeckt.
Damit sind Brautkleider und Hochzeitsmode für Frauen gemeint, die größere Konfektionsgrößen tragen.
Allerdings gibt es keine einheitliche Grenze, ab welcher Größe ein Kleid als Plus Size bezeichnet wird.
Manche Brautmodengeschäfte beginnen damit bereits bei Größe 44.
Andere führen spezielle Kollektionen erst in höheren Größen.
Und natürlich unterscheiden sich auch die Größentabellen der Hersteller.
Deshalb würde ich Dir empfehlen, Dich nicht zu sehr an einer bestimmten Zahl festzuhalten.
Viel wichtiger ist, wie ein Kleid sitzt.
Wie Du Dich darin bewegen kannst.
Und ob Du Dich im Spiegel anschaust und denkst:
„Ja. Genau so möchte ich heiraten.“
Ob auf dem Etikett nun 46, 50, 54 oder 58 steht, ist dabei ziemlich nebensächlich.
Das Etikett heiratet schließlich nicht.
Du schon.
Das perfekte Brautkleid für eine kurvige Braut gibt es – und zwar nicht nur in A-Linie
Bei der Suche nach Brautkleidern in großen Größen begegnet man erstaunlich häufig derselben Empfehlung:
A-Linie.
Natürlich ist dieser Schnitt wunderschön.
Ein Oberteil, das die Taille betont, und ein Rock, der nach unten weiter wird.
Viele Frauen fühlen sich darin sehr wohl.
Aber warum sollte eine kurvige Braut ausschließlich A-Linie tragen?
Vielleicht liebst Du figurbetonte Kleider.
Vielleicht möchtest Du Deine Taille besonders hervorheben.
Oder Du träumst von einem romantischen Prinzessinnenkleid mit viel Tüll.
All das ist möglich.
A-Linie – ein beliebter Klassiker
Dieser Schnitt kann wunderbar bequem sein und bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten.
Von schlichter Eleganz bis zu romantischer Spitze.
Empire-Stil – leicht und fließend
Bei diesem Schnitt sitzt die betonte Linie direkt unter der Brust.
Der Stoff fällt anschließend locker nach unten.
Das kann besonders bei einer sommerlichen Hochzeit wunderschön aussehen.
Fit and Flare – Kurven ausdrücklich erwünscht
Dieser Schnitt liegt am Oberkörper und an der Hüfte enger an und wird nach unten weiter.
Eine schöne Möglichkeit, wenn Du Deine Figur bewusst betonen möchtest.
Prinzessinnenkleid – wenn Du von einem großen Auftritt träumst
Ein weiter Rock, eine betonte Taille und vielleicht jede Menge Tüll.
Warum nicht?
Wenn Du Dich schon immer einmal wie eine Märchenprinzessin fühlen wolltest, brauchst Du dafür ganz bestimmt keine bestimmte Konfektionsgröße.
Schlichte, körpernahe Kleider
Vielleicht magst Du es modern und elegant.
Dann könnte ein klar geschnittenes Brautkleid mit einer schönen Silhouette genau richtig sein.
Wichtig ist nicht, welcher Schnitt angeblich für Deine Figur erlaubt ist.
Sondern welcher Dir gefällt und in dem Du Dich rundum wohlfühlst.
Das richtige Brautmodengeschäft macht einen riesigen Unterschied
Ich finde, die Wahl des Brautmodengeschäfts ist gerade für kurvige Bräute besonders wichtig.
Denn eine Brautkleidanprobe sollte ein wunderschönes Erlebnis sein.
Nicht eine Veranstaltung, bei der Du Dich ständig für Deinen Körper rechtfertigen musst.
Deshalb würde ich Dir empfehlen, bereits vor der Terminbuchung nachzufragen, welche Größen tatsächlich vor Ort zur Anprobe verfügbar sind.
Denn es macht einen Unterschied, ob ein Geschäft Brautkleider in großen Größen bestellen kann oder ob Du diese Kleider auch wirklich anprobieren darfst.
Vielleicht findest Du ein Geschäft, das sich auf Plus-Size-Brautmode spezialisiert hat.
Oder ein Brautmodenstudio mit einer besonders großen Auswahl an unterschiedlichen Größen.
Wichtig ist, dass Du Dich willkommen fühlst.
Und dass die Beratung Deine Wünsche ernst nimmt.
Wenn Du ein figurbetontes Kleid ausprobieren möchtest, sollte Dir niemand erklären, dass Du dafür angeblich nicht die richtige Figur hast.
Eine gute Beratung zeigt Dir Möglichkeiten.
Sie schreibt Dir nicht vor, was Du verstecken solltest.

Muss ich vor der Hochzeit unbedingt abnehmen?
Nein.
Und ich würde diese Frage am liebsten mit einem ziemlich großen Ausrufezeichen beantworten.
Denn kaum steht eine Hochzeit bevor, beginnt für manche Frauen plötzlich eine merkwürdige Rechnung.
Noch zwölf Monate bis zur Hochzeit.
Also könnte man ja vielleicht zehn Kilo abnehmen.
Oder fünfzehn.
Vielleicht sogar zwanzig.
Und dann passt bestimmt das Traumkleid.
Aber warum sollte Dein Körper erst verändert werden müssen, bevor Du Dir erlaubst, Dich wunderschön zu fühlen?
Vielleicht möchtest Du aus persönlichen Gründen etwas für Deine Fitness oder Gesundheit tun.
Das ist selbstverständlich Deine Entscheidung.
Aber Dein Hochzeitstag sollte nicht davon abhängen, ob Du bis dahin eine bestimmte Zahl auf der Waage erreicht hast.
Und bitte kaufe Dein Brautkleid nicht mehrere Größen zu klein, nur weil Du hoffst, irgendwann hineinzupassen.
Ein Kleid sollte sich an Deinen Körper anpassen.
Nicht Dein Körper an das Kleid.
Mein Tipp: Wähle ein Modell, das zu Deiner aktuellen Figur passt, und besprich mit dem Brautmodengeschäft, welche Änderungen später noch möglich sind.
So bleibt die Vorfreude auf Dein Brautkleid erhalten.
Ganz ohne zusätzlichen Druck.
Welche Unterwäsche passt unter ein Plus-Size-Brautkleid?
Die richtige Unterwäsche kann einen großen Unterschied machen.
Nicht unbedingt, weil sie etwas kaschieren soll.
Sondern weil sie Dir Halt und Komfort geben kann.
Gerade bei einem Brautkleid mit besonderem Ausschnitt oder einem körpernahen Schnitt kann ein gut sitzender BH wichtig sein.
Vielleicht möchtest Du einen trägerlosen BH tragen.
Oder ein Modell, das speziell zum Ausschnitt Deines Kleides passt.
Auch Shapewear kann eine Möglichkeit sein.
Aber nur, wenn Du Dich damit wohlfühlst.
Du musst Dich nicht in ein Kleidungsstück zwängen, das Dir die Luft abschnürt.
Schließlich möchtest Du während Deiner freien Trauung noch tief durchatmen können.
Und später vermutlich auch etwas von Deiner Hochzeitstorte essen.
Mein Rat: Probiere Deine Hochzeitsunterwäsche rechtzeitig mit dem Brautkleid an.
Setz Dich hin.
Bewege Dich.
Tanze ein bisschen.
Und prüfe, ob alles bequem sitzt.
Denn was während der fünfminütigen Anprobe funktioniert, muss noch lange nicht für einen zwölfstündigen Hochzeitstag geeignet sein.
Reibende Oberschenkel – ein Thema, über das ruhig gesprochen werden darf
Jetzt kommen wir zu einem Thema, das viele Frauen kennen.
Besonders im Sommer.
Wenn die Oberschenkel beim Gehen aneinanderreiben, kann das unangenehm werden.
Und bei einer Hochzeit möchtest Du vermutlich nicht nach zwei Stunden feststellen, dass Du nur noch mit sehr kleinen Schritten laufen kannst.
Zum Glück gibt es dafür praktische Lösungen.
Vielleicht trägst Du eine leichte, gut sitzende Unterziehhose.
Oder spezielle Oberschenkelbänder, die vor Reibung schützen.
Auch geeignete Anti-Reibungs-Produkte können helfen.
Wichtig ist, dass Du die Lösung vorher ausprobierst.
Nicht erst am Hochzeitstag.
Denn Komfort ist kein nebensächliches Detail.
Er trägt ganz entscheidend dazu bei, dass Du Deine Feier genießen kannst.
Die richtigen Schuhe – bitte nicht nur schön, sondern auch bequem
Natürlich sehen hohe Brautschuhe wunderschön aus.
Aber sie sind keine Pflicht.
Vielleicht liebst Du elegante Pumps.
Vielleicht fühlst Du Dich in Sandalen wohler.
Oder Du möchtest Deine freie Trauung in flachen Schuhen erleben.
Dann darfst Du das selbstverständlich.
Gerade wenn Du viel stehen oder laufen wirst, solltest Du auf eine gute Passform achten.
Wichtig sind ausreichend Platz für die Zehen, ein sicherer Halt und eine Absatzhöhe, mit der Du Dich wohlfühlst.
Vielleicht planst Du ein zweites Paar Schuhe für die Feier ein.
Oder Du entscheidest Dich direkt für bequeme Modelle.
Dein Schuhtest: Trage Deine Schuhe vor der Hochzeit mehrfach zur Probe.
Denn die schönsten Brautschuhe verlieren ziemlich schnell ihren Zauber, wenn Du bereits beim Sektempfang nur noch daran denkst, sie auszuziehen.

Ärmel, Ausschnitt und Dekolleté – was darf eine kurvige Braut zeigen?
Alles, womit sie sich wohlfühlt.
Vielleicht möchtest Du Deine Oberarme bedecken.
Dann gibt es wunderschöne Möglichkeiten mit Spitze, transparenten Stoffen oder längeren Ärmeln.
Vielleicht magst Du Deine Arme aber auch und möchtest ein trägerloses Brautkleid tragen.
Dann tu das.
Vielleicht liebst Du einen tiefen V-Ausschnitt.
Oder einen romantischen Carmen-Ausschnitt.
Auch das darf sein.
Ich finde, bei der Brautkleidwahl sollte es nicht darum gehen, möglichst viele Körperstellen zu verstecken.
Sondern darum, welche Details Du besonders schön findest.
Vielleicht möchtest Du Deine Taille betonen.
Dein Dekolleté.
Oder Deine Schultern.
Eine gute Schneiderin kann häufig dabei helfen, den Sitz eines Brautkleides so anzupassen, dass es Deine Wünsche unterstützt.
Und manchmal verändert bereits eine kleine Anpassung unglaublich viel.
Ein gut angepasstes Brautkleid ist wichtiger als die Konfektionsgröße
Das möchte ich besonders betonen.
Denn kaum ein Körper entspricht exakt den Maßen einer Größentabelle.
Vielleicht brauchst Du an der Brust mehr Platz als an der Taille.
Vielleicht sitzt ein Kleid an den Hüften wunderbar, ist aber an den Schultern zu weit.
Das ist völlig normal.
Deshalb lohnt sich eine gute Änderungsschneiderei.
Ein professionell angepasstes Brautkleid kann deutlich schöner und bequemer sitzen als ein Modell, das zwar die vermeintlich richtige Größe hat, aber nicht zu Deinen Proportionen passt.
Besonders bei Korsagen, Trägern, Ausschnitten und Rocklängen können kleine Änderungen einen großen Unterschied machen.
Plane dafür ausreichend Zeit und Budget ein.
Und lass Dich nicht von der Zahl auf dem Etikett irritieren.
Sie sagt schließlich nichts darüber aus, wie wunderschön Du in Deinem Brautkleid aussehen wirst.
Hochzeitsfotos mit Kurven – bitte keine Versteckspiele
Jetzt möchte ich über ein Thema sprechen, das mir besonders am Herzen liegt.
Die Hochzeitsfotos.
Denn vielleicht kennst Du diese Unsicherheit.
Du möchtest schöne Erinnerungsbilder.
Aber Du hast Angst, auf den Fotos unvorteilhaft auszusehen.
Vielleicht magst Du bestimmte Perspektiven nicht.
Oder Du hast die Angewohnheit, Dich auf Gruppenfotos möglichst hinter anderen Menschen zu verstecken.
Ich würde Dir empfehlen, bereits vor der Hochzeit offen mit Deinem Fotografen darüber zu sprechen.
Erkläre, welche Bilder Du magst.
Welche Perspektiven Dir gefallen.
Und ob Du Dich bei bestimmten Posen unwohlfühlst.
Ein guter Hochzeitsfotograf sollte Dich nicht in unnatürliche Positionen drängen.
Er sollte Dir helfen, Dich vor der Kamera wohlzufühlen.
Vielleicht macht ihr vor der Hochzeit ein kleines Paarshooting.
So könnt ihr euch kennenlernen und ein Gefühl dafür entwickeln, wie ihr gemeinsam fotografiert werdet.
Und bitte vergiss bei all dem eines nicht:
Es geht nicht darum, auf jedem Foto möglichst schlank auszusehen.
Es geht darum, Dich wiederzuerkennen.
Mit Deinem Lachen.
Mit Deiner Freude.
Und mit diesem besonderen Strahlen, das entsteht, wenn Du Deinem Lieblingsmenschen gegenüberstehst.
Wie kann ich mich beim Einzug selbstbewusst fühlen?
Der Einzug zur freien Trauung ist für viele Bräute einer der aufregendsten Momente des gesamten Hochzeitstages.
Die Musik beginnt.
Alle Gäste schauen zum Eingang.
Und plötzlich stehst Du im Mittelpunkt.
Vielleicht freust Du Dich unglaublich darauf.
Vielleicht macht Dir genau das aber auch ein bisschen Angst.
Besonders dann, wenn Du Dich mit Deinem Körper nicht immer sicher fühlst.
Mein Rat: Gestalte Deinen Einzug so, dass Du Dich wohlfühlst.
Vielleicht möchtest Du mit Deinem Vater einziehen.
Oder mit Deiner Mutter.
Vielleicht begleitet Dich Deine beste Freundin.
Oder Du gehst gemeinsam mit Deinem Partner zum Trauplatz.
Du musst keinen klassischen großen Auftritt gestalten, wenn Du das nicht möchtest.
Aber Du darfst ihn natürlich genießen, wenn Du schon immer davon geträumt hast.
Vielleicht hilft es Dir, den Weg vorher einmal abzulaufen.
Mit Deinem Kleid.
Mit Deinen Schuhen.
Und mit dem Gefühl, dass Du genau dort hingehörst.
Denn das tust Du.
Was tun, wenn jemand vor der Hochzeit ungefragt Kommentare über meine Figur macht?
Ach ja.
Die ungefragten Ratschläge.
Vielleicht fragt jemand:
„Willst Du bis zur Hochzeit noch ein bisschen abnehmen?“
Oder:
„Hast Du schon ein Kleid gefunden, das zu Deiner Figur passt?“
Vielleicht kommt sogar ein Kommentar darüber, ob ein bestimmter Schnitt wirklich vorteilhaft sei.
Manchmal sind solche Bemerkungen vielleicht nicht verletzend gemeint.
Aber sie können trotzdem wehtun.
Und ich finde, Du darfst hier klare Grenzen setzen.
Zum Beispiel mit einem freundlichen:
„Ich habe ein Kleid gefunden, in dem ich mich wunderschön fühle. Mehr brauche ich nicht.“
Oder etwas direkter:
„Mein Gewicht ist kein Thema, über das ich während meiner Hochzeitsplanung sprechen möchte.“
Und falls jemand trotzdem weitermacht?
Dann darfst Du das Gespräch auch beenden.
Denn Du planst gerade Deine Hochzeit.
Nicht eine öffentliche Diskussion über Deinen Körper.
Darf ich als kurvige Braut wirklich alles tragen?
Ja.
Du darfst ein enganliegendes Brautkleid tragen.
Du darfst einen tiefen Ausschnitt wählen.
Du darfst Spitze lieben.
Glitzer.
Tüll.
Oder ein ganz schlichtes Kleid.
Du darfst mit einem auffälligen Brautstrauß einziehen.
Und Du darfst auf Deinen Hochzeitsfotos genauso selbstbewusst auftreten wie jede andere Braut.
Vielleicht fühlst Du Dich in einem bestimmten Schnitt besonders wohl.
Vielleicht möchtest Du etwas ausprobieren, das Du bisher noch nie getragen hast.
Dann nutze Deine Brautkleidanprobe genau dafür.
Probiere unterschiedliche Modelle.
Lass Dich überraschen.
Und höre nicht nur auf die Meinungen anderer Menschen.
Denn manchmal sieht ein Kleid, das Du zunächst gar nicht in Betracht gezogen hast, plötzlich unglaublich schön aus.
Wichtig ist nur, dass Du Dich darin wiederfindest.
Wenn Du Dich an Deinem Hochzeitstag trotzdem unsicher fühlst
Vielleicht hast Du Dein Traumkleid gefunden.
Die Frisur sitzt.
Das Make-up ist wunderschön.
Und trotzdem gibt es diesen kleinen Moment vor dem Spiegel.
Vielleicht schaust Du auf Deinen Bauch.
Auf Deine Arme.
Oder auf eine Körperstelle, mit der Du schon lange haderst.
Und plötzlich kommen Zweifel auf.
Ich glaube, solche Gedanken kennen viele Menschen.
Ganz unabhängig von ihrer Konfektionsgröße.
Aber ich wünsche Dir, dass Du Dich an Deinem Hochzeitstag nicht ausschließlich durch den Blick auf einzelne Körperstellen betrachtest.
Schau Dich einmal als ganzen Menschen an.
Mit Deinem Lachen.
Deiner Persönlichkeit.
Deiner Geschichte.
Und all den Dingen, die Dich ausmachen.
Vielleicht hilft es, wenn eine vertraute Person beim Getting Ready dabei ist.
Jemand, der Dich nicht ständig korrigiert oder beurteilt.
Sondern Dich einfach liebevoll begleitet.
Denn manchmal braucht es gar keinen großen Motivationsvortrag.
Sondern nur einen Menschen, der lächelt und sagt:
„Du siehst wunderschön aus.“
Und es genauso meint.
Wenn der Bräutigam oder die Partnerin ebenfalls Plus Size trägt
Natürlich betrifft das Thema nicht nur Bräute.
Vielleicht trägt auch der Bräutigam eine größere Konfektionsgröße.
Oder ihr seid zwei kurvige Bräute.
Vielleicht möchtet ihr beide Outfits finden, die zu euch passen.
Dann gelten dieselben Gedanken.
Achtet auf eine gute Passform.
Auf bequeme Kleidung.
Und auf eine Beratung, bei der ihr euch willkommen fühlt.
Gerade bei Anzügen können eine gute Schnittführung und professionelle Anpassungen einen großen Unterschied machen.
Wichtig ist, dass ihr euch beide an eurem Hochzeitstag wohlfühlt.
Denn Schönheit ist keine Frage einer bestimmten Figur.
Und die Freude auf das gemeinsame Ja-Wort gehört selbstverständlich euch beiden.
Deine Hochzeit ist keine Vorher-nachher-Geschichte
Diesen Gedanken möchte ich Dir besonders ans Herz legen.
Denn manchmal wird rund um Hochzeiten unglaublich viel über Veränderungen gesprochen.
Über Abnehmen.
Über Fitnessprogramme.
Über neue Ernährungspläne.
Und darüber, wie man am Hochzeitstag die angeblich beste Version seiner selbst sein soll.
Aber vielleicht bist Du längst eine wunderbare Version Deiner selbst.
Mit Deinem Körper.
Mit Deiner Geschichte.
Mit Deinen Stärken.
Und vielleicht auch mit ein paar Unsicherheiten.
Du musst nicht erst einen bestimmten Zustand erreichen, um eine wunderschöne Braut sein zu dürfen.
Natürlich darfst Du Dich verändern, wenn Du das möchtest.
Aber Deine Hochzeit sollte nicht zum Stichtag werden, an dem Du beweisen musst, dass Du endlich gut genug bist.
Denn Dein Lieblingsmensch hat sich schließlich nicht in eine zukünftige Kleidergröße verliebt.
Sondern in Dich.
In Deine Persönlichkeit.
In Dein Lachen.
In all die kleinen Dinge, die Dich einzigartig machen.
Und vielleicht ist genau das der schönste Gedanke, den Du zu Deiner Brautkleidanprobe mitnehmen kannst.
Meine kleine Wohlfühl-Checkliste für kurvige Bräute
Damit Du Deinen Hochzeitstag entspannt genießen kannst, habe ich ein paar praktische Tipps für Dich zusammengestellt.
Finde ein Brautmodengeschäft mit echter Plus-Size-Auswahl.
Frage vorher nach den verfügbaren Anprobegrößen.
Probiere unterschiedliche Schnitte aus.
Nicht nur die Modelle, die angeblich besonders vorteilhaft sein sollen.
Achte auf eine gute Passform.
Eine professionelle Änderungsschneiderei kann viel bewirken.
Wähle bequeme Unterwäsche.
Sie sollte Dich unterstützen, nicht einengen.
Denke an Deinen Komfort.
Bequeme Schuhe, geeignete Unterziehkleidung und ausreichend Bewegungsfreiheit sind Gold wert.
Sprich mit Deinem Fotografen.
Erkläre, welche Aufnahmen Dir gefallen und wie Du Dich vor der Kamera wohlfühlst.
Setze Grenzen bei ungefragten Kommentaren.
Dein Körper ist kein Diskussionsthema für die gesamte Hochzeitsgesellschaft.
Und gönne Dir Vorfreude.
Auf Dein Kleid.
Auf Deinen Einzug.
Auf Deine freie Trauung.
Und auf all die wunderschönen Momente, die vor Dir liegen.
Mein persönlicher Gedanke: Du bist nicht zu viel. Du bist genau richtig für Dein großes Ja.
Ich finde, dass wir Frauen manchmal unglaublich streng mit uns selbst umgehen.
Wir betrachten Fotos und entdecken zuerst die Stelle, die uns nicht gefällt.
Wir vergleichen uns mit anderen.
Und manchmal glauben wir, dass wir bestimmte Dinge erst dann tragen oder erleben dürfen, wenn unser Körper anders aussieht.
Aber eine Hochzeit sollte kein weiterer Anlass sein, sich selbst kleinzumachen.
Im Gegenteil.
Sie darf ein Tag sein, an dem Du Dich feierst.
Mit all Deinen Kurven.
Mit Deiner Persönlichkeit.
Und mit Deiner ganz eigenen Vorstellung davon, wie eine wunderschöne Braut aussehen darf.
Als freie Traurednerin wünsche ich mir, dass jede Frau ihren Hochzeitstag genießen kann.
Ohne das Gefühl, sich verstecken zu müssen.
Ohne Angst vor den Blicken anderer.
Und ohne die Vorstellung, dass Romantik nur bestimmten Körperformen vorbehalten sei.
Vielleicht trägst Du Größe 38.
Vielleicht 48.
Vielleicht 58.
Vielleicht eine ganz andere.
Es spielt keine Rolle.
Denn wenn Du Deinem Lieblingsmenschen gegenüberstehst, geht es nicht um Deine Konfektionsgröße.
Es geht darum, dass ihr euch füreinander entschieden habt.
Dass ihr euch liebt.
Und dass ihr gemeinsam euren nächsten Lebensabschnitt beginnen möchtet.
Die schönste Braut ist nicht die mit der kleinsten Kleidergröße. Sondern die, die sich an ihrem Hochzeitstag erlaubt, glücklich zu sein und genau so zu strahlen, wie sie ist.
Und falls jemand meint, eine kurvige Braut sollte sich bei ihrem Hochzeitsoutfit lieber etwas zurückhalten?
Dann habe ich einen ganz einfachen Vorschlag.
Lächeln.
Schultern zurück.
Und vielleicht noch ein bisschen mehr Glitzer.
Schließlich ist es Dein großer Tag.
Und Du darfst dabei ruhig etwas mehr Raum einnehmen.
Michaela von Herzensgeflüster ❤️




