
Sophie & Dirk
Manchmal sagt ein Blick mehr als tausend Worte.
Eine persönliche freie Trauung im Glashaus im Artland, berührende Eheversprechen und zwei Menschen, die sich auch ohne viele Worte wunderbar verstehen.

EIN MOMENT, DER BLEIBT
Wenn Petrus plötzlich Hochzeitsplaner spielt

Ein großer Baum, ein paar Strohballen, ein Regenschauer mit perfektem Timing – und eine freie Trauung, die trotzdem wunderschön wurde.
Es war alles so schön geplant.
Am 22. Juli 2023 wollten Rike und Basti sich unter freiem Himmel das Ja-Wort geben. In der Alten Bauerndiele gr. Arkenau in Essen (Oldenburg) war eine romantische Trauung unter einem großen Baum vorgesehen. Mit Strohballen, Sommerluft und allem, was zu einer wunderschönen Landhochzeit dazugehört.
Nur einer hatte offenbar die Einladung mit dem Ablaufplan nicht gelesen.
Petrus.
Denn ausgerechnet zum Beginn der freien Trauung öffnete der Himmel seine Schleusen.
Na, herzlichen Dank! Hätte er sich dafür nicht wenigstens eine halbe Stunde später Zeit nehmen können?
Aber Rike und Basti nahmen es gelassen. Und auch ihre Gäste bewiesen, dass eine Hochzeitsgesellschaft manchmal erstaunlich schnell zur eingespielten Umzugstruppe werden kann.
Ein paar helfende Hände, Stühle geschnappt und schon ging es ab in die gemütliche Bauerndiele.
Und wisst ihr was? Genau dort wurde es richtig schön.
Mitten in dieser warmen, persönlichen Atmosphäre gaben Rike und Basti sich ihr Ja-Wort.
Ein besonders schöner Moment war das Handfasting – ein altes Verbindungsritual, bei dem die Hände des Brautpaares mit Bändern symbolisch miteinander verbunden werden.
Und nein, dabei geht es natürlich nicht darum, dass die beiden künftig aneinandergefesselt durchs Leben gehen müssen. Auch wenn das bei manchen Diskussionen über die richtige Zimmertemperatur vielleicht ganz hilfreich wäre.
Vielmehr stehen die Bänder für das unsichtbare Band, das zwei Menschen miteinander verbindet. Für Vertrauen, Zusammenhalt und das Versprechen, auch dann füreinander da zu sein, wenn das Leben einmal etwas ungemütlicher wird.
Das Handfasting hat seine Wurzeln in alten europäischen, insbesondere schottischen und keltisch geprägten Hochzeitstraditionen. Bei diesem Ritual legt das Brautpaar seine Hände ineinander, während ein oder mehrere Bänder darumgelegt und zu einem symbolischen Knoten verbunden werden.
Oft haben die Bänder unterschiedliche Farben, die jeweils für einen besonderen Wunsch oder Wert stehen können: Rot für die Liebe, Grün für Hoffnung und Wachstum oder Blau für Treue und Vertrauen. Welche Farben und Bedeutungen gewählt werden, entscheidet das Paar ganz persönlich.
Das Schöne daran: Die beiden bringen ihre eigenen Geschichten, Wünsche und Träume mit. Und aus all dem entsteht eine gemeinsame Verbindung. Die Bänder sollen dabei niemanden festhalten, sondern daran erinnern, dass Liebe eine Entscheidung ist, die man immer wieder füreinander trifft.
Übrigens stammt auch die englische Redewendung „to tie the knot“, also sinngemäß „den Bund fürs Leben schließen“, aus der Vorstellung des Knotens als Symbol für eine Verbindung.
Bei Rike und Basti wurde dieser Moment von der wunderschönen Melodie „For the Love of a Princess“ aus dem Film Braveheart begleitet. Und so bekam das Handfasting noch einmal eine ganz besondere Atmosphäre.
Ein kleiner Knoten mit einer großen Botschaft: Zwei Menschen bleiben sie selbst und entscheiden sich doch für ein gemeinsames Wir.
Und so entstand aus einer kleinen symbolischen Geste ein Moment mit großer Bedeutung: Zwei eigenständige Menschen, die sich aus freien Stücken miteinander verbinden, ohne dabei ihre Individualität aufzugeben.
Und während ich die Liebesgeschichte der beiden erzählen durfte, wurde einmal mehr deutlich: Eine freie Trauung braucht keine perfekte Wettervorhersage, um mitten ins Herz zu treffen.
Sie braucht zwei Menschen, die sich lieben, die richtigen Worte und ein paar Herzensmenschen, die im entscheidenden Moment auch mal Stühle schleppen.
Liebe Rike, lieber Basti, eure Trauung hat gezeigt, dass sich nicht alles planen lässt. Aber manchmal wird gerade aus einer unerwarteten Wendung eine besonders schöne Erinnerung.
Und Petrus?
Der darf beim nächsten Mal gerne wieder mitfeiern.
Aber vielleicht einfach als stiller Gast. ❤️
Freie Trauung: 22. Juli 2023
Trauort: Alte Bauerndiele gr. Arkenau, Essen (Oldenburg)
Besonderheit: Handfasting-Ritual zu Musik aus Braveheart
Fotografie: Dennis Flegel
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Vielleicht habt ihr euch beim Lesen schon ein bisschen eure eigene freie Trauung vorgestellt. Erzählt mir von euch, eurer Geschichte und euren Wünschen – gemeinsam finden wir die Worte für euren großen Moment.
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